Outdoor-Produkte mit Materialien aus recycelten PET-Flaschen
PET-Flaschen können nach ihrer Nutzung zu einem neuen Rohstoff für Outdoor-Produkte werden. Bei VAUDE verwenden wir recyceltes PET zum Beispiel für Isolationen, Wattierungen, Fleece, Polyester-Garne und – seit Sommer 2024 – auch für ausgewählte Hartplastik-Teile.


Rund 500 Milliarden PET-Flaschen werden jährlich weltweit verkauft. Kein Wunder, sind sie doch überall verfügbar und echt praktisch. Sie sind leicht und nahezu unzerbrechlich. Würden wir diese 500 Milliarden Flaschen auf dem Äquator aneinanderreihen, dann kämen alle zwei Stunden genügend zusammen, um die Erde einmal zu umrunden. 40.075 Kilometer Plastikflaschen alle zwei Stunden! Die meisten PET-Flaschen werden entsorgt. Leider landen viele auch in der Natur, auf Deponien oder werden verbrannt – man spricht dann etwas beschönigend von thermischer Verwertung.


Wie mechanisches Recycling funktioniert
Um das Polyester von Plastikflaschen so gut weiternutzen zu können, wird ein sog. mechanische Recycling angewendet. Anders als das chemisches Recycling ist die mechanische Variante keine technische Pionierarbeit und trotzdem hoch effektiv. Das Grundprinzip ist einfach: Als erstes müssen die Plastikflaschen gesammelt werden. In Deutschland funktioniert das dank des Pfandsystems sehr gut. In einer Recycling-Anlage werden sie anschließend nach Farben sortiert, von anderen Materialien (z. B. Etiketten) befreit, zu Schnipseln zerkleinert und gereinigt. Die so entstandenen PET-Flakes werden dann eingeschmolzen und zu einem Granulat verarbeitet, das als Ausgangsmaterial für alle weiteren Anwendungen dient.










Im Falle von funktioneller Outdoorbekleidung werden zum Beispiel Fleece oder Isolationsfüllungen für Jacken daraus hergestellt. Um klassische Textilien zu produzieren, wird aus dem Granulat ein hochwertiges Polyestergarn gesponnen. Die Stoffe, die daraus gewebt werden, verarbeiten wir bei VAUDE zu Taschen, Hosen, Jacken und anderen Produkten.
Das Beste daran: Die Produkte aus recycelten Flaschen fühlen sich genauso gut an, wie die aus neuen Rohstoffen. Von Stoffen, die neu aus Erdöl hergestellt wurden, können das Recycling-Polyester nur Expert*innen im Labor unterscheiden. Im Gegensatz zum chemischen Recycling wird die chemische Struktur des Kunststoffes durch das Schmelzen und Umformen nicht verändert. Das hat den Vorteil, dass der Prozess relativ wenig Energie verbraucht.
Dafür hat die Sache Grenzen: Da in der Praxis immer eine winzige Menge an Verunreinigungen zurückbleibt, kann PET nicht beliebig oft eingeschmolzen und neu verarbeitet werden. Beim mechanischen Recycling entscheidet der gesamte Prozess über das mögliche Endprodukt: Je sortenreiner und sauberer der Abfall, den die Recycling-Anlage verarbeitet, desto besser wird die Qualität des Granulats und folglich unseres Polyestergarns.


Wie sich verschiedene Recycling-Verfahren ergänzen
Das bewährte Verfahren und die unfassbare Menge an verfügbaren Plastikflaschen als Ressource haben dazu beigetragen, dass PET-Recycling schon seit einigen Jahren einen festen Platz in unserem Sortiment hat, und stetig ergänzt wird. Ab 2024 kommen bei uns auch Reißverschlüsse aus recyceltem PET zum Einsatz. Auf dem Weg zu einem größeren Anteil an recycelten und biobasierten Materialien stoßen wir damit allerdings an Grenzen. Denn nur mit Polyester und Naturfasern können wir nicht alle Produktbereiche abdecken.
Bei vielen Produkten setzen wir für die sportliche Funktion auf Polyamid. Hier kommt das chemische Recycling ins Spiel. In einem neuen Verfahren wird aus alten Autoreifen Polyamid hergestellt. Die beiden Recycling-Verfahren ergänzen sich also wunderbar.

