Felsenverbunden – Die Seele des Sächsischen Bergsteigens entdecken
Der Film „Felsenverbunden – die Seele des Sächsischen Bergsteigens“ zeigt, wie viel mehr Bergsport sein kann als bloßer Nervenkitzel. Die beiden Filmemacher Erik Leibfritz und Daniel Bärg haben Menschen porträtiert, die sich nicht nur mit dem Fels, sondern auch mit Werten und einer lebendigen Kletterkultur tief verbunden fühlen. Ein Gespräch über Haltung, Naturverbundenheit und das Erzählen mit der Kamera.
Erik und Daniel, ihr habt euch mit "Felsenverbunden" tief in die Seele des sächsischen Bergsteigens begeben. Was hat euch persönlich an diesem Thema so fasziniert, dass ihr daraus einen Film machen wolltet?
Erik: Daniel und ich haben als Kollektiv schon ein paar Sport-Porträts umsetzen können. Bei Felsenverbunden wollten wir uns bewusst etwas mehr auf die Personen, ihre Geschichte und weniger auf die sportliche Leistung konzentrieren. Durch Zufall sind wir dann bei der Recherche auf die Bewerbung des Sächsischen Bergsteigerbunds für das immaterielle Kulturerbe (Unesco) gestoßen. Und je tiefer wir eingetaucht sind, desto faszinierender wurde das Thema: die lange Tradition, das konsequent nachhaltige Denken, die besonderen Herausforderungen des Kletterns in der DDR – das alles hat uns sofort gepackt. Als wir dann bei einem Recherchetrip selbst an einem Vorstiegskurs in der Sächsischen Schweiz teilgenommen haben, war’s endgültig um uns geschehen. Abends saßen wir in kleiner Runde zusammen – und plötzlich liefen da alte Aufnahmen von den legendären „Baustellen“. Da wussten wir: Diese Leidenschaft, dieser Spirit – das gehört erzählt.
In eurem Film geht es nicht nur ums Klettern, sondern um Verbundenheit – mit der Natur, mit Traditionen, mit einer Haltung. Was habt ihr über diese Form der Beziehung zur Natur gelernt?
Daniel: Der Begriff Nachhaltigkeit wird heutzutage fast schon wie ein Mode Begriff verwendet, der oft mit Verzicht oder einem extra Aufwand interpretiert wird. Durch unsere Recherche und unsere Zeit vor Ort wurde uns bewusst, dass Nachhaltigkeit in Form von einem respektvollen Umgang mit der Natur, dem Felsen und anderen Sportbegeisterten schon seit 1913, dem Beginn des offiziellen, sächsischem Regelwerks, gelebt wird und im sächsischen Klettern nicht als Einschränkung gilt.
Erik: Was ich daran so spannend finde: Es geht nicht darum, mal für einen Trip nachhaltig unterwegs zu sein, sondern um eine Haltung, die tief verankert ist. Man nimmt Rücksicht auf die Umgebung, auf seine Mitmenschen…auf das Ganze. Diese Form von Verbundenheit ist nichts Aufgesetztes, sondern Teil des Erlebnisses. Und genau das hat uns so beeindruckt.


Die Sächsische Schweiz wirkt im Film fast wie eine eigene Figur. Wie habt ihr versucht, diese besondere Landschaft filmisch einzufangen?
Daniel: Im sächsischen Bergsteigen geht es nicht nur um höher, schneller, weiter. Uns wurde oft gesagt: Man klettert nur so schwer, wie man es sich an dem jeweiligen Tag wirklich zutraut. An einem Tag ist das vielleicht mehr, an einem anderen weniger. Diese Herangehensweise sorgt für eine besondere Ruhe und Achtsamkeit am Fels – und genau das wollten wir auch filmisch spürbar machen. Wir haben versucht, diese innere Haltung ins Bild zu übersetzen. Die Kamera sollte sich Zeit nehmen, die Natur wirken lassen. Weniger schnelle Schnitte, mehr Raum zum Atmen. Es ging uns darum, diese besondere Stimmung, das Zusammenspiel aus Mensch, Fels und Umgebung, ganz subtil in die Filmsprache zu übertragen. Und natürlich: Die Landschaft der Sächsischen Schweiz ist einfach atemberaubend. Wirklich schade, aber auch absolut richtig, dass im gesamten Gebiet Drohnen-Aufnahmen strengstens verboten sind.
Was war der vielleicht bewegendste Moment beim Dreh? Einer, der euch selbst überrascht oder berührt hat?
Erik: Es gab viele bewegende Momente während des Drehs, aber was sowohl Daniel als auch mich besonders berührt hat, war die Beziehung zwischen Vincent und seinem Opa Manfred. Wir beide haben eine enge Verbindung zu unseren Großeltern, aber mit ihnen im Jugendalter ein gemeinsames Hobby zu teilen – das wäre für uns kaum vorstellbar gewesen. Die beiden verbindet nicht nur ihre Familie, sondern auch eine echte Leidenschaft fürs Klettern. Das zu beobachten, war einfach schön. Wir mussten nichts inszenieren, nicht eingreifen, sondern konnten einfach mitlaufen und beide authentisch einfangen. Es ist selten, dass man so eine Nähe und Selbstverständlichkeit zwischen zwei Generationen erlebt – das hat uns wirklich beeindruckt. Und vielleicht war es genau das, was uns so bewegt hat: Nicht die große Leistung, nicht der eine krasse Gipfelmoment. Sondern dieses ganz stille, selbstverständliche Miteinander.


Ihr seid beide junge Filmemacher mit einem klaren ästhetischen Gespür und einem Gespür für Themen mit Tiefe. Was treibt euch an?
Erik: Was Daniel und mich antreibt, und warum wir unsere Filmproduktion Isaak Nord Anfang des Jahres gegründet haben ist, dass wir es lieben Geschichten von Menschen aus dem realen Leben zu erzählen. Im Alltag begegnen uns immer wieder Menschen, die für etwas brennen, die authentisch sind – aber auch solche, bei denen man vielleicht zweimal hinschauen oder zuhören muss, um ihre wahre Geschichte zu erkennen. In einer digitalen Welt, in der wir von schnellen, lauten Inhalten überschüttet werden, wollen wir uns bewusst etwas gegensätzlich positionieren und weniger „lauten“ Themen widmen. Wir setzen darauf, den Menschen hinter den Geschichten eine Plattform zu bieten. Uns interessiert das Große im Kleinen, echte Momente aus dem Leben… klingt wie ein kitschiger Werbe-Slogan haha.
VAUDE setzt sich für nachhaltiges Wirtschaften und bewusstes Naturerleben ein – Werte, die sich im Film deutlich spiegeln. Was bedeutet es dir, mit VAUDE zusammenzuarbeiten?
Daniel: Für uns ist die Zusammenarbeit mit VAUDE etwas ganz Besonderes. Es fühlt sich einfach stimmig an, mit einem Partner zu arbeiten, der nicht nur ähnliche Werte teilt, sondern sie auch wirklich lebt. Nachhaltigkeit, ein bewusster Umgang mit der Natur und ein echtes Interesse an den Menschen hinter den Geschichten – das ist genau das, was auch uns antreibt. Bei unserem Treffen mit einem der Verantwortlichen des sächsischen Bergsteigerbundes, was dieser komplett mit VAUDE ausgestattet. Das war kein Statement, sondern für ihn selbstverständlich. Und genau das spricht für die Marke. VAUDE ermöglicht Projekte, bei denen nicht das reine Spektakel im Vordergrund steht, sondern die Haltung dahinter. Das gibt uns als Filmschaffenden die Freiheit, wirklich in die Tiefe zu gehen und Geschichten zu erzählen, die nicht laut sein müssen, um etwas auszulösen. Wir fühlen uns da total abgeholt. Freuen uns schon jetzt auf weitere, gemeinsam erzählte Geschichten.


Wenn ihr euch etwas von den Zuschauer*innen wünschen könntet: Was sollten sie mitnehmen, wenn sie Felsenverbunden sehen?
Erik: Zu allererst hoffen wir, dass alle Freude an dem Film haben. Wenn darüber hinaus noch hängen bleibt, mal in der sächsischen Schweiz auf einen Klettertrip vorbeizuschauen, oder die Outdoor Sport-Möglichkeiten vor der eigenen Haustür zu nutzen, sind wir maximal happy. Vielleicht werden hierzu ja auch die ein oder anderen Großeltern dann mal angehauen.
Und ganz persönlich: Wo fühlt ihr euch selbst der Natur am stärksten verbunden?
Erik: Wir beide wohnen im Ruhrpott. Eine Region, die ja eher für ihre Industrielandschaften als für die Weiten der Natur bekannt ist. Aber gerade das macht es auch so wichtig sich den Ausgleich zu suchen. Daniel fühlt sich am stärksten in den Bergen verbunden, da kann er einfach mal so richtig durchatmen und gleichzeitig die Familie besuchen. Ich selbst finde meine Ruhe am Meer oder im Wald – je nachdem wie viel Zeit gerade zwischen den Drehs ist.
Danke euch!

