Emil & Karl: Ein Hoch auf das Abenteuer vor der Haustür (und im Anhänger)

Was passiert, wenn zwei Väter beschließen, mit ihren zweieinhalbjährigen Söhnen die Schweizer Alpen zu überqueren? Es entsteht ein Film, der weltweit die Herzen erobert hat. „Emil & Karl – kleine Reifen, große Berge“ ist eine Liebeserklärung an das Reisen mit Kindern, die Geduld und die kleinen Wunder am Wegesrand.

Wenn der Plan auf die Realität trifft

Die Idee klingt nach dem perfekten Outdoor-Traum: Jakob und Konne packen ihre Mountainbikes, spannen die Anhänger an und wollen in sechs Tagen 180 Kilometer und stolze 6.000 Höhenmeter rund um den Schweizer Nationalpark bewältigen. Mit dabei sind Emil und Karl, ihre zwei Söhne im besten Entdecker-Alter.

Doch wer schon einmal mit Kleinkindern verreist ist, weiß: Der Zeitplan ist nur so gut wie die aktuelle Laune der „Co-Piloten“. Zwischen gnadenlos steilen Anstiegen, bei denen das Schieben der schweren Gespanne zur körperlichen Tortur wird, warten die eigentlichen Herausforderungen: Die Suche nach Croissants in der Schweizer Pampa, das Krisenmanagement bei leeren Riegelvorräten und die typischen Wutanfälle der Autonomiephase.

Ein Publikumsliebling erobert die Welt

Dass diese Geschichte so authentisch und nahbar erzählt ist, blieb nicht unbemerkt. Der Film von Holger Wimmer feierte weltweit Erfolge auf Festivals. Ein besonderes Highlight: Er war Teil der renommierten BANFF Mountain Film Festival World Tour und wurde dort per Publikumsvoting zum absoluten Publikumsliebling gekürt. Warum? Weil er zeigt, dass man für ein großes Abenteuer kein Extrembergsteiger sein muss, Mut zur Lücke und eine ordentliche Portion Humor reichen oft aus.

Kleine Momente, große Bindung

„Emil & Karl“ ist mehr als ein Reisebericht. Es ist eine Lehrstunde zu Spontanität und Geduld und zeigt sehr gut auf, was es bedeutet Pläne zu schmieden und diese direkt wieder über den Haufen zu schmeißen. Schnell wird aus dem ehrgeizigen Etappenziel ein gemütlicher Nachmittag am Bach, um Steine zu sammeln. Und egal wie weit es noch bis zum Tagesziel ist, wenn der Magen knurrt, verschieben sich schnell die Prioritäten, was den müden Beinen der Papas auch gerne mal gelegen kommt.

Das gemeinsame Erlebnis in der Natur, die Stärkung der Vater-Kind-Bindung (und das alles mit dem Fahrrad) wird ein erlebnisreiches Abenteuer für alle vier. Am Ende zählt nicht, ob man das ursprüngliche Ziel erreicht hat, sondern die gemeinsame Zeit im Zelt, der Natur und auf dem Bike.

Inspiration für dein eigenes Familien-Abenteuer

Die Route „Marmot’s Land“ ist nichts für schwache Waden, aber sie zeigt, was möglich ist, wenn man sich auf das Tempo der Kinder einlässt. Ob es gleich die Alpen sein müssen oder das erste Camping-Wochenende im nächsten Wald, wichtig ist das Losfahren.

 

Tipp: Wer noch tiefer in die Entstehungsgeschichte des Films eintauchen möchte, sollte in den velo.fm Podcast (Folge 239) reinhören, in dem Filmemacher Holger Wimmer über die Reise von der ersten Idee bis zur großen Festival-Tour berichtet.

Holgers Website: https://schaumamal.film/emil-und-karl/